Wie man einen Planeten rettet

Klimaschutz muss nicht kompliziert sein. Erfahre, wie du mit elf einfachen Tipps effektiv das Klima retten kannst. Und wie das Internet dir dabei hilft.

Inhalt

  1. Aufwachen, der Klimawandel ist jetzt da !

    Zum Einstieg
  2. 1

    Noch nie war es so einfach wie heute, das Auto stehen zu lassen.

    Zum Tipp
  3. 2

    Wie du mit einem einfachen Trick im Stadtverkehr eine viertel Tonne CO₂ im Jahr sparen kannst.

    Zum Tipp
  4. 3

    Alpen statt Apu­lien? Reisen mit gutem Klima, Geht das?

    Zum Tipp
  5. 4

    Alle Schalter auf Ökostrom. Auf­wand: ein Witz. Wirkung: Gigan­tonnisch.

    Zum Tipp
  6. 5

    Wer von Zuhause arbeitet, tut aktiv etwas für das Klima.

    Zum Tipp
  7. 6

    Heize smart. Das geht ganz leicht und spart sogar Geld.

    Zum Tipp
  8. 7

    Was du alles gar nicht brauchst. Und warum du trotzdem nicht verzichten musst.

    Zum Tipp
  9. 8

    So stark möbelst du Deine Klimabi­lanz auf, wenn du Dingen ein zweites Leben spendierst.

    Zum Tipp
  10. 9

    Keine Angst, du musst nicht jeden Tag Kohl­suppe essen, um das Klima zu retten.

    Zum Tipp
  11. 10

    Bloß nicht in die Tonne – So ein­fach rettest du Lebens­mittel, und so wichtig ist das für unser Klima.

    Zum Tipp
  12. 11

    Wie steht es mit dem Internet selbst? Ist das nicht ein riesen Klimakiller?

    Zum Tipp

Aufwachen, der Klimawandel ist jetzt da !

  • Wälder brennen, Ernten verdorren, Menschen ertrinken in Flut­katas­tro­phen: Der Klimawandel ist angekommen – Mit einem Tempo, das selbst manchen Klimaforscher überrascht: Zehn Jahre früher, als gedacht, also schon im Jahr 2030, erwartet der Weltklimarat nun eine Erderwärmung um 1,5 Grad. Er stellt fest: Wenn wir nicht sofort die Emissionen stark senken, wird das Ziel, die Erwärmung unter 2 Grad zu halten, scheitern, und das Klima kippen – mit verheerenden Folgen für den Planeten und die Menschheit.

Noch könnten wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern, sagen Forscher. Aber wir müssen sofort handeln: nur noch 1,5 Tonnen im Jahr dürfen die CO₂-Emissionen pro Kopf im Durchschnitt betragen. Schaffen wir es nicht, die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 bis 1,7 Grad Celsius zu begrenzen, wird das Klima kippen und es wird die Erde, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben.

1,5 t 11,2 t CO₂

Um klimaverträglich zu leben müssen wir unsere Emissionen auf 1,5 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr reduzieren.

Laut Umweltbundesamt verursacht jede Person in Deutschland durchschnittlich 11,2 Tonnen CO₂-Äquivalente im Jahr.

Fang groß an !

  • Wie soll das denn gehen, denkst du? Und wo fange ich an? Erdbeeren ab sofort nur noch im Sommer kaufen? Verliere dich nicht im Klein-Klein der Klimaschutztipps. Fang groß an! Mit den großen Drei – die drei Bereiche, in denen du schnell zum Klimaretter wirst. Das Klima retten war noch nie so einfach wie heute – denn das Internet hilft dir!

Mobilität

Unterwegs das Klima retten ? Läuft !

  • 01

    Noch nie war es so einfach wie heute, das Auto stehen zu lassen.

    Kurztrip zur Ostsee gefällig? Mach‘s zum Beispiel mit der App Blablacar. Unschlagbare zehn Euro kostet zum Beispiel die entspannte Reise mit zertifiziertem Chauffeur von Berlin nach Warnemünde. Und die Umwelt freut sich, denn geteilte Emissionen sind halbe Emissionen.

    Deine CO₂-Ersparnis

    In welche Stadt bist du zuletzt mit dem Auto gefahren? Gib Startort und Ziel unten ein und finde heraus, mit welchem Verkehrsmittel welche Emissionen entstehen. *

    CO₂-Ausstoß in kg mit dem Auto
    kg CO₂ mit einer Fahrt mit der Bahn
    kg CO₂ mit einer Fahrt mit dem Reisebus
    kg CO₂ mit einer Fahrt per Mitfahrgelegenheit
    kg

    So viel Kilogramm CO₂ sparst du mit einer Fahrt von %s nach %s und zurück, wenn du einen Bus nutzt, und nicht mit dem eigenen Auto fährst. Im Internet findest du Anbieter von Mitfahr­gelegen­heiten.

    • App BlaBlaCar
      Blablacar – Mitfahrgelegenheiten und Busse

      Einfacher und günstiger geht’s nicht. Auch Mitfahrgelegenheiten mit zertifizierten Fahrern findest du hier. So geht entspanntes Klima-Retten.

    • App Citymapper
      Citymapper – Dein City Concierge

      Egal ob Bus, Bahn, Straßenbahn, Fahrrad, Car- oder Bike-Sharing – Citymapper hilft dir innerhalb von vielen Städten weltweit, von A nach B zu kommen und empfiehlt dir die schnellste und einfachste Route – Bahnstreiks werden auch berücksichtigt. Die App zeigt dir sogar an, ob du in der Bahn eher vorne oder hinten einsteigen solltest, um die Umsteige-Zeit zu verkürzen.

    -1.160 kg CO₂

    810 kg CO₂ kannst du im Schnitt jedes Jahr einsparen, wenn du Auto nur halb so oft nutzt, wie bisher, und stattdessen mehr mit Bus, Bahn oder Mitfahrgelegenheit fährst. (Unter der Annahme, dass du bisher 15.000 km im Jahr fährst). Weitere 350 kg CO₂ kannst du im Jahr sparen, wenn du die verbleibenden 7.500 km im Jahr auf eine sparsame Weise fährst. Tipps dazu findest du hier.

    Schon 1,2 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Über 2,2 Tonnen CO₂ stößt ein Mittel­klasse­wagen mit Verbrennungsmotor auf zehntausend Kilometer aus. Wer stattdessen mit dem Elektroauto fährt und kurze Strecken mit dem Fahrrad, kann seine Emissionen auf 0,5 - 1 Tonne im Jahr reduzieren. Chapeau, wenn du ganz auf ein Auto verzichtest. Denn allein die Produktion eines Mittel­klasse­wagens verursacht um die 5-15 Tonnen des schädlichen Klimagases. Übrigens: damit die Batterie-Produktion nachhaltiger ist, stellt zum Beispiel Tesla die Batterien für das Model 3 zum Großteil mit Solarenergie vom eigenen Fabrikdach her.

  • 02

    Wie du mit einem einfachen Trick im Stadtverkehr eine viertel Tonne CO₂ im Jahr sparen kannst.

    Stell dir vor, es gäbe eine App, die dir zwei Tage wertvolle Lebenszeit im Jahr schenkt. Überraschung: die gibt es wirklich! Denn so viel Lebenszeit vergeuden viele von uns bei der Parkplatzsuche in Großstädten. Genauer: 10 Minuten brauchen wir im Schnitt, bis wir eine passende Lücke gefunden haben, so etwa die APCOA Parking Studie. Das summiert sich schnell auf zwei ganze Tage im Jahr. Zwei Tage zu viel. Zudem pusten wir bei jeder einzelnen Parkplatzsuche durch­schnitt­lich 1,3 kg Kohlendioxid in die Luft.

    Mach es schlauer: Finde deinen Parkplatz ab jetzt per App! Zum Beispiel mit der App Parknow. Sie zeigt dir in über 330 Städten in Deutschland und Österreich, in welchen Straßenabschnitten und Parkhäusern du mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Parkplatz findest. Der smarte Algorithmus von Parknow nutzt dazu Daten von Fahrzeugen, die durch die Stadt fahren, und kombiniert diese mit statistischen Daten. Das Ergebnis: Grüne, gelbe und rote Markierungen zeigen dir an, wo du aktuell am schnellsten deine freie Lücke findest. Dieses Feature kannst du bereits heute in Städten wie Berlin, Duisburg, Hannover, Köln oder Reutlingen kostenlos nutzen. Darüber hinaus kannst du dir mit Parknow den nervigen Gang zur Parkuhr sparen, denn den Parkplatz kannst du direkt über die App buchen und bezahlen.

    -320 kg CO₂

    Kilogramm CO₂ können Deutsche im Jahr ein­sparen, wenn sie Apps wie Parknow nutzen. Laut einer Studie von Shell aus dem Jahr 2018 fahren sie satte 41 Stunden pro Jahr um den Block, ehe sie einen Parkplatz finden. 1,3 kg werden bei jeder im Schnitt zehnminütigen Parkplatz-Suche durch­schnittlich emittiert.

    Schon 1,5 Tonnen besser
  • 03

    Alpen statt Apu­lien? Reisen mit gutem Klima, Geht das?

    Vier Tonnen. So viel CO₂ verursacht ein einziger Flug von Frankfurt nach New York und zurück pro Person. Zur Erinnerung: 1,5 Tonnen CO₂ dürfen wir im Jahr maximal verursachen, wenn wir die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 bis 1,7 Grad Celsius begrenzen und unseren Nachkommen einen lebens­werten Planeten hinterlassen wollen. Man muss kein Mathe-Ass sein um zu verstehen, dass wir unsere Art zu Reisen zeitgemäßer gestalten müssen. Aber wie?

    Was ein einziger Langstreckenflug ausmacht

    4 Tonnen CO₂ pro Person verursacht ein einziger Flug von Frankfurt nach New York und zurück. Fast dreimal mehr, als wir pro Jahr maximal verursachen dürfen, um den Planeten zu retten.

    1,5 Tonnen CO₂ darf pro Person und Jahr maximal entstehen, damit das Klima nicht kippt.

    36%

    Mit einem einzigen Flug von Frankfurt nach New York und zurück verursachst du fast dreimal so viel CO₂, wie du pro Jahr verantworten solltest.

    Rette das Klima und wähle nachhaltige Reisealternativen! Die gute Nachricht: Das Internet hilft dir dabei. Egal ob du entspannt am Strand liegen, mitten in der Natur sein, oder Städte erleben willst, ob du allein, mit einer großen Gruppe oder als Familie reist: Die Plattform goodtravel.de hilft dir, nachhaltige Hotels nach deinen Vorlieben in vielen europäischen Ländern zu entdecken. Dabei vermittelt goodtravel Hotels, in denen du zu Beispiel naturnahe Bauweise erleben oder regionale Küche in Bioqualität genießen kannst. Ähnlich wird auch auf biohotels.info vom Trip zur autofreien Nordseeinsel bis zum sonnengeküssten Griechenland so ziemlich jeder Urlaubstraum auf nachhaltige Weise erfüllt. Entscheidend für das Klima ist dabei natürlich die Anreise. Den sonnigen Strand gibt es eben nicht nur auf den Malediven, sondern auch in Europa. Deswegen spar dir den Stress am Flughafen und reise möglichst regional und mit Zug, Bus oder Mit­fahr­gelegen­heit.

    Fliegen mit grünem Gewissen

    Wenn es mal doch nicht ohne Flugzeug geht, dann kompensiere deinen Flug beispielsweise über atmosfair.de – die Plattform errechnet dir nicht nur die Klimabelastung für deine Reise, sondern ermöglicht dir auch, die Klimabelastung über eine Ausgleichsspende zu kompensieren. Das Geld wird in nachhaltige Projekte wie etwa dem Bau von Solar-, Wind-, Wasser oder Biogas-Energie-Anlagen investiert. Neben den Portalen Klima-Kollekte und Primaklima wurde atmosfair 2018 von der Stiftung Warentest in Deutschland als Testsieger mit sehr gut ausgezeichnet.

    -482 kg CO₂

    So viel Kilogramm CO₂ sparst du ein, wenn du statt des Fliegers von Frankfurt nach Mallorca den Zug in die Provence nimmst. Gerade einmal 86kg Treibhausgas entstehen bei dieser Zugreise, während der Mallorca-Flieger laut atmosfair mit satten 586 kg zu Buche schlägt.

    Schon 2 Tonnen besser
Zuhause

Gutes Klima beginnt auf der Couch

  • 04

    Alle Schalter auf Ökostrom. Auf­wand: ein Witz. Wirkung: Gigan­tonnisch.

    Wenn du es eher gemütlich angehen und nur einen einzigen Tipp in diesem Ratgeber befolgen willst, dann nimm diesen: Stelle auf Ökostrom um. Die Umstellung kannst du bei den meisten Anbietern schon mit wenigen einfachen Schritten online durchführen. Der Effekt ist gigantisch: pro Person und Jahr kannst du im Schnitt knapp eine halbe Tonne CO₂ einsparen. Noch einfacher gehts kaum.

    Während herkömmlicher Strom etwa aus dem Kohlekraftwerk pro Kilowattstunde das Klima mit 366 Gramm CO₂ belastet, so die Statista-Zahlen zum Jahr 2020, ist Ökostrom wirklich sauber und klimaneutral. Dabei muss Ökostrom gar nicht teuer sein. Im Gegenteil: Manchmal spart man sogar Geld.

    Achtung: Etiketten­schwindel

    Leider ist nicht überall Ökostrom drin, wo Ökostrom draufsteht. Anders als “Bio” bei Lebensmitteln ist “Öko” in der Energiebranche kein geschützter Begriff. Jeder Stromanbieter kann also seine Tarife “Öko” nennen, und trotzdem Kohlestrom verkaufen. Herauszufinden, was ehrlicher Ökostrom ist und wo schwarze Schafe lauern, kann zeitaufwändig sein. Die Siegel “Grüner Strom” oder “ok power” oder noch besser “ok power plus” helfen bei der ersten Orientierung innerhalb Deutschlands. Wichtig ist auch, dass ein Anbieter nicht einfach nur Ökostrom anbietet, sondern selbst aktiv und seit längerer Zeit durch eigene Projekte die Energiewende vorantreibt. Verschiedene Institutionen und Portale prüfen regelmäßig Ökostrom-Anbieter und geben Empfehlungen, so z.B. das Nachhaltigkeitsportal utopia.de.

    -710 kg CO₂

    Rund 700 kg CO₂ sparst du jedes Jahr im Schnitt ein, wenn du auf Ökostrom umstellst. Du kannst bei den meisten Anbietern ganz einfach in wenigen Schritten online umstellen. Laut Statista liegt der durchschnittliche CO₂-Ausstoß von konventionellem Strom bei 366 Gramm pro Kilowattstunde. Mit Ökostrom wird der Strombedarf CO₂-neutral erzeugt. Achte dabei auf den richtigen Anbieter.

    Schon 2,7 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Du kannst deine Klimabilanz weiter verbessern, indem du deinen Energieverbrauch senkst. Über 300 kg CO₂ kannst du z.B. einsparen, wenn du 1.000 Spam-Emails löschst. Ja genau – die verbrauchen Strom! Denn Sie sind in einem Rechen­zentrum gespeichert und verursachen 0,3 Gramm pro Spam-Email, wie The Guardian schätzt. Also nichts wie rein in den Spam-Ordner und alles löschen, das Klima bedankt sich. Am besten regelmäßig.

  • 05

    Wer von Zuhause arbeitet, tut aktiv etwas für das Klima.

    Bei der Fahrt zur Arbeit im Pendler­stau stehen macht nach­weis­lich krank. Auch das Klima. Greenpeace rechnet vor, dass das Klima jedes Jahr um gigantische 5,4 Millionen Tonnen CO₂ entlastet würde, wenn 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutsch­land das Auto an zwei Tagen in der Woche stehen lassen und von zuhause aus arbeiten. Auch eine neue Studie des Carbon Trust zeigt, wieviel CO₂ sich allein in Deutschland durch Home­office einsparen lässt: Pro Jahr und Person sind es im Schnitt 700 kg CO₂e, wenn wir wie in der Corona-Krise weiter an 2,7 Tagen pro Woche im Homeoffice arbeiten.

    -700 kg CO₂e

    So viel Klimagas kannst du im Schnitt pro Jahr sparen, wenn du im Durchschnitt 2,7 Tagen pro Woche im Homeoffice arbeitest. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Carbon Trust.

    Schon 3,4 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Wenn du von zuhause aus mit dem Team sprichst, dann schalte Video­streaming besser ab. Denn das verursacht bei 15 Meetings á einer Stunde in der Woche 133 kg CO₂-Äquivalente im Jahr, so haben US-Forscher berechnet.

  • 06

    Heize smart. Das geht ganz leicht und spart sogar Geld.

    Gigantische 1,77 Tonnen CO₂ pustet jede*r Bürger*in in Deutsch­land im Schnitt pro Jahr allein durch das Heizen der eigenen vier Wände in die Atmosphäre, so das Umwelt­bundes­amt. Bis zu 31 Prozent davon kann man allein durch das kosten­günstige Nach­rüsten der Heizkörper mit smarten Thermostaten ein­spa­ren – das hat das Fraunhofer-Institut für Bau­physik in einer Simu­lations­studie wissenschaftlich nachgewiesen.

    Smarte Thermostate lassen sich heute kinderleicht ohne Fachmann in wenigen Minuten installieren und die Kosten für das neue Thermostat sind schnell wieder durch die Ersparnis der Energiekosten ausgeglichen. Dabei sind intelligente Heizkörper nicht nur gut fürs Klima, sie sind auch praktisch: Du kannst zum Beispiel per App die Temperatur ändern, auch von unterwegs. Auch automatische Zeitpläne lassen sich leicht einrichten. Denn die Heizung im Bad muss nicht die ganze Nacht laufen, damit du morgens ein gemütlich warmes Bad hast. Von der Optimierung des Heizprofils bis zur Sicherheit deines Zuhauses – Smart Home von der Telekom ist die Lösung für eine Vielzahl alltäg­lich­er Probleme. Bei der Telekom bekommst du alles aus einer Hand und wenn du doch einmal Hilfe benötigst, steht fachkundiges Personal gerne zur Seite. Damit deine Daten im Smart Home sicher sind speichern die Telekom sie aus­schließlich in deutsch­en Rechenzentren, wo höchste Sicher­heits­standards gelten. So schön kann Klima-Schützen sein. Mach gleich mit!

    -549 kg CO₂

    Bis zu über gut einer halben Tonne CO₂ kannst du im Schnitt pro Person und Jahr einsparen, wenn du deine Heizkörper zu intel­li­genten Heizkörpern machst. Das hat das Fraunhofer-Insti­tut in einer Simulations-Studie wissenschaftlich nachgewiesen.

    Schon 3,9 Tonnen besser
Konsum

Wir haben genug.

  • 07

    Was du alles gar nicht brauchst. Und warum du trotzdem nicht verzichten musst.

    Eine Schlagbohrmaschine, einen Kreuzschraubenzieher, einen Gummi-Hammer – das verlangt die Montage­anleitung, um das neue Wandregal zu montieren. Die Bohrmaschine hast du nicht? Gut so! Denn die brauchst du auch gar nicht - bis auf eine viertel Stunde in ihrem Bohrmaschinen-Leben. Den Rest ihrer “Lebensjahre” macht sie vor allem eins: Nichts. Genauso geht es vielen anderen Dingen, die du besitzt, von der Leiter über die Luftpumpe bis zum Auto – die meiste Zeit liegen oder stehen die Dinge herum, verstauben, verlieren an Wert, müssen irgendwann repariert werden und harren am Ende ihrer Verschrottung.

    Doch all diese Dinge belasten das Klima, nämlich in dem Moment, wo sie mit hohem Energieaufwand produziert werden. Das Ergebnis: 3,8 Tonnen Klimagas verursacht eine Person in Deutschland im Schnitt jedes Jahr, allein durch den Kauf neuer Produkte, so das Umweltbundesamt. Entsprechend groß ist das Potenzial, beim Einkaufen etwas für die Umwelt zu tun. Wenn du nur halb so viele neue Produkte wie bisher kaufst, verbesserst du deine Klimabilanz also ganz erheblich. Die gute Nachricht: du musst trotzdem auf nichts verzichten, denn du kannst dank Internet fast alles schnell und einfach leihen:

    Klimafreundlich shoppen

    Die Bohrmaschine, den Hammer oder die Leiter leihst du in Deutschland beispiels­weise via nebenan.de beim netten Nachbarn um die Ecke. Die Plattform, die es auch als App gibt, ist übrigens viel mehr als eine Plattform zum nachbarschaftlichen Verleihen. Vom Haustier-Sitting bis zum gemeinsamen Spiele-Abend vernetzt dich nebenan.de mit den Menschen in deiner Nachbarschaft.

    Du willst etwas für längere Zeit leihen oder ein Produkt einfach nur mal ausprobieren – vom iPad, über den Saugroboter, bis zur Drohne? Dann miete das ganz einfach bei grover.com. Hier gibt es die unter­schied­lichsten Technik-Geräte zu günstigen Mietpreisen ab einem Monat oder länger. Laut grover handelt es sich bei den Produkten teilweise um neue und teilweise um “neuwertige” Produkte. Das Prinzip: du leihst das Produkt, gibst es irgendwann zurück, es wird gereinigt, desinfiziert und auf Werks­einstel­lungen zurückgesetzt und wieder verliehen.

    Mit künstlicher Intelligenz nachhaltiger einkaufen

    Du suchst online nach einem neuen Produkt, zum Beispiel nach neuen Socken, hättest aber gerne ein besonders klimafreundliches Paar? Künstliche Intelligenz macht dir das künftig besonders einfach: eine Forscher­gruppe der Technischen Universität Berlin hat in Zusammenarbeit mit ecosia einen grünen Shopping-Assistenten entwickelt, den “Koala”. Mit wenigen Klicks findet der Koala für dich nachhaltige Shopping-Alternativen. Er ist noch in der Entwicklung, kann aber seit 31.8.2021 in der zweiten Beta-Version für den google Chrome Browser heruntergeladen und getestet werden. Momentan (Stand November 2021) findet der Koala nachhaltige Smartphones, Drucker, Laptops, Kopfhörer, Schuhe, Jacken, Kleider, T-Shirts, Jeans und Socken. Dank Machine Learning lernt er fleißig dazu und soll bald in jeder Produktkategorie klimafreundliche Alternativen finden.

    -1.900 kg CO₂

    Da geht die Post ab: Um fast zwei satte Tonnen kannst du deinen jährlichen CO₂-Fußabdruck im Schnitt verbessern, indem du nur die Hälfte der Produkte neu kaufst, die du normalerweise kaufst. Nimm die Herausforderung an und überlege dir ab jetzt vor jedem Kauf, was du wirklich brauchst und was du vielleicht besser leihen kannst.

    Schon 5,8 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Richtig viel für die Umwelt tust du, wenn du auf ein eigenes Auto verzichtest und stattdessen ein Auto mit anderen teilst, zum Beispiel “We Share” oder “Share Now”. Was das ausmacht? Richtig viel: Schon ein Mittel­klasse­wagen verursacht bei der Produktion nach Schätzungen zwischen 5 und 15 Tonnen CO₂.

  • 08

    So stark möbelst du Deine Klimabi­lanz auf, wenn du Dingen ein zweites Leben spendierst.

    Beim Wort “Klimakiller” denkst du zuerst an Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe? Über­raschung: Ein noch größerer Klimakiller als beides zusammen ist die Mode-Industrie: schätzungsweise 10% der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortet diese laut dem Europäischen Parlament – damit ist die Modebranche ein Klimakiller-Schwergewicht.

    Der Trend zu Fast-Fashion heizt dabei den Klimawandel besonders stark an: immer schneller wirft die Mode-Industrie neue Kollektionen auf den Markt, und lässt uns glauben, wir bräuchten ständig etwas Neues. Dabei schmeißen wir Deutschen 60 Prozent der Kleidung schon nach nur einem Jahr weg, wie die Autoren in „Nature Climate Change“ vorrechnen.

    Erdöl anziehen, Plastik essen?

    Wir Menschen haben ein erstaunliches Faible für Kleidung aus Erdöl: 60 Prozent der neu produzierten Stoffe sind heute Plastikstoffe. Diese werden überwiegend aus Erdöl hergestellt. Vom Polyester-Shirt bis zur Plastik-Sporthose tragen wir also Erdöl am Körper. Das ist nicht nur gesundheitlich fragwürdig. Unser Plastik-Schick schadet der Umwelt gleich doppelt: Fast dreimal so viel Klimagas verursacht das Polyester T-Shirt gegenüber dem Baumwoll-Pendant. Zum anderen vermüllen wir mit unseren Plastik-Klamotten die Weltmeere. Denn mit jeder Wäsche lösen sich hunderttausende Mikroplastikteile aus unseren T-Shirts und Trainingshosen. Schon ein einfacher Schal aus Synthetikstoff löst laut einer EU-Studie 300.000 Mikroplastikpartikel, die dann über die Kanalisation in die Meere gelangen. Das Ergebnis: 35 Prozent der gigantischen Plastikstrudel, die heute zwischen den Kontinenten kreisen, sind Mikroplastik-Partikel unserer Erdöl-Kleidung.

    Diese Teilchen werden von Fischen gefressen, die wiederum landen auf unseren Tellern - Lose-lose. Schon heute findet sich Mikroplastik in unseren Lungen, Lebern und Nieren wieder, wie Forscher der Universität Arizona herausgefunden haben. Übrigens enthält sogar Mineralwasser heute Mikroplastik. Auch das aus Glasflaschen.

    So wird’s was

    Das Gute: Wir halten durch unser Konsumverhalten den Schlüssel zu einer gewaltigen Senkung der weltweiten CO₂-Emissionen in der Hand. Nutze diesen Schlüssel, indem du dir vor jedem Kauf genau überlegst, ob du das neue Stück wirklich brauchst und auch trägst. Und wenn du doch ein neues Stück brauchst, dann verzichte auf Polyester und kaufe stattdessen Kleidung aus Biobaumwolle. Aber mit Abstand am besten: Du kaufst Second-Hand Kleidung, idealerweise aus natürlichen Fasern, zum Beispiel bei der beliebten Tauschplattform vinted.de. Der Effekt auf deinen CO₂-Fußabdruck ist enorm. Wahrscheinlich auch der auf deine Gesundheit: Denn gebrauchte Kleidung wurde schon mehrfach gewaschen und enthält dadurch viel weniger gesundheitsschädliche Chemikalien, die oft in neuen Kleidungsstücken enthalten sind.

    -327 kg CO₂

    Um diese Menge können Menschen in der EU ihren CO₂-Fuß­abdruck im Schnitt verbessern, wenn sie nur halb so viel Klei­dung neu kaufen. Denn laut der Europäischen Umwelt­agen­tur verantwortete 2017 jede Person in der EU 654 kg CO₂ durch den Kauf von Textilien. Daneben leisten wir durch den Verzicht auf immer neue Kleidung auch einen großen Beitrag gegen die Verschwendung und Verunreinigung von Trinkwasser.

    Schon 6,1 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Neben Kleidung können wir auch bei digitalen Geräten leicht eine Menge CO₂ sparen. Die Produktion eines neuen Flachbildfernsehers zum Beispiel verursacht laut Jens Gröger vom Öko-Institut rund 1.000 kg CO₂. Die eines Smartphone immerhin 100 kg. Verbessere deinen CO₂-Fußabdruck, indem du zum Beispiel ein neuwertiges wiederaufbereitetes Smartphone bei der Telekom kaufst. Ab Dezember 2021 kannst du bei der Telekom geprüfte, neuwertige wiederaufbereitete Smartphones kaufen. Einen neuwertigen, aufbereiteten Fernseher oder Laptop kannst du zum Beispiel bei asgoodasnew.de kaufen.

  • 2,1 kg CO₂ Baumwolle
    5,5 kg CO₂ Polyester

    Kleidung aus Polyester, also Plastikfasern, verursacht fast dreimal mehr CO₂-Emissionen in der Produktion als Kleidung aus Baumwolle. Außerdem werden mit jeder Wäsche hundert­tausende Mikroplastik-Partikel über das Abwasser in die Meere gespült. Kaufe Kleidung aus Biobaumwolle! Damit schützt du nicht nur unsere Umwelt, sondern auch deine Gesundheit.

Ernährung

Gutes Klima ist wie die Liebe: Es geht durch den Magen.

  • 09

    Keine Angst, du musst nicht jeden Tag Kohl­suppe essen, um das Klima zu retten.

    Zugegeben, das Kapitel “Ernährung” könnten wir sparen, wenn wir auf Fleisch verzichten würden. Fleisch erhitzt Gemüter und Klima gleichermaßen: um 15 Prozent würden die weltweiten CO₂-Emissionen etwa laut Bund Naturschutz sinken, wenn wir alle auf Fleisch verzichten.

    Würde man die tatsächlichen Kosten der Fleischproduktion inklusive Klima-, Umwelt und Gesundheitsschäden an der Ladentheke bezahlen müssen, könnten sich viele kein Fleisch mehr leisten. Verschiedene Studien berechnen die wahren Kosten von Lebens­mitteln. Auch wenn sich die Ergeb­nisse unterscheiden, so kommen doch alle zu dem Schluss, dass Fleisch deutlich mehr Umweltbelastung und damit Kosten verursacht als Gemüse. 9,34 Euro müsste das Kilo Rindfleisch mehr kosten, wie etwa eine Studie der Beratungs- und Analysefirma Trucost für die Ernährungs- und Land­wirtschaft­sorgani­sation der Vereinten Nationen vorrechnet.

    burger 19 kg

    Die tatsächlichen Klimakosten für einen einzigen Burger mit 100 Gramm Rindfleischpatty liegen bei rund 13 €, und die CO₂e-Emissionen bei 19 kg, wie Philipp Bruck von den Grünen errechnet hat.

    Neben CO₂ verursacht die Fleisch­produktion weitere Umweltschäden: Die Umwelt­organisation "Robin Wood" schätzt, dass jede Sekunde 6.000 Bäume Regenwald abgeholzt werden, unter anderem weil immer mehr Ackerflächen, auf denen wir Futter­mittel für Tiere anbauen, benötigt werden. Der Regenwald ist aber unver­zichtbar für unser Klima und Überleben. Zum einen, weil er einen Großteil der CO₂-Emissionen bindet, und damit für die Klima-Stabilisierung unverzichtbar ist. Zum anderen, weil er lebensnotwendigen Sauerstoff produziert.

    Damit aber nicht genug: Nach der Abholzung werden die Flächen oft mit Soja-Mono­kulturen bepflanzt, auf denen in Ländern wie Brasilien häufig hochgefährliche Pestizide eingesetzt werden. Doch wer jetzt mit dem Finger auf Brasilien zeigt, irrt:

    Wir Europäer sind es, die den traurigen Vizeweltmeister-Titel in der globalen Tropenwald-Abholzung im Regal stehen haben: 16% der globalen Tropenwald-Rodungen gehen auf unser Konto, mehr noch als die USA und Indien – das zeigt ein neuer WWF Report. Deutschland ist dabei Europas Spitzenreiter. Es wird Zeit die Natur­zerstörung sofort zu beenden. Die gute Nachricht: du hast den Schlüssel dazu in der Hand, es ist dein Konsumverhalten.

    6000 Bäume

    So viele Bäume Regenwald holzen wir jede Sekunde nach Schätzungen von „Robin Wood“ ab. Wenn das so weitergeht, haben wir in 30-40 Jahren keinen Regenwald mehr auf der Erde. Vizeweltmeister beim indirekten, globalen Tropenwald-Zerstören sind dabei wir Europäer.

    Das schmeckt dem Klima

    Wie gesagt: Keine Angst, du musst nicht jeden Tag Kohlsuppe essen. Aber es führt kein Weg daran vorbei, dass wir unseren Fleischkonsum reduzieren. Mit diesem Schritt möbelst du dafür aber deine Klima­bilanz so richtig auf: Die Oxford-Studie Poore & Nemecek 2018, Science, hat ergeben, dass die Umstellung auf vegane Ernährung den CO₂e-Fußabdruck um satte 2 Tonnen verbessert.

    Eine vegane Ernährung ist wahrscheinlich der beste Weg, um die Umwelt nachhaltig zu entlasten, nicht nur in Bezug auf den Ausstoß von Treibhaus­gasen, sondern auch im Hinblick auf die globale Versauerung der Böden, die Überdüngung, die Land­nutzung und den Wasser­verbrauch. Das hat einen viel größeren Effekt, als nicht mehr mit dem Flugzeug zu fliegen oder ein Elektroauto zu kaufen.

    Die gute Nachricht: auch weniger Fleisch essen als bisher hilft schon massiv. In Deutschland hat die Ernährungswende bereits begonnen! 2020 ist der Fleischkonsum auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung 1989 des Bundes­infor­mations­zentrums Landwirtschaft gesunken: 57,3 kg pro Kopf im Jahr.

    Jeder Zehnte ernährte sich 2020 bereits vegetarisch, das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Zwei Prozent ernähren sich vegan, ebenfalls eine Verdoppelung zum Vorjahr. Zu den Flexitariern, also Menschen, die gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten, zählte sich letztes Jahr laut Ernäh­rungs­report des Land­wirtschafts­ministeriums schon mehr als jeder Zweite. Die Chance, dass dein Nachbar also schon bei der Ernährungswende dabei ist, liegt bei mindestens 50 Prozent.

    map

    Happy Cow

    Wem noch die Vorstellungskraft fehlt, wie gut bereits heute viele Fleisch­ersatz­produkte und vegetarisches bzw. vega­nes Essen gene­rell schmecken, dem sei die App “Happy Cow” empfohlen. Die App zeigt dir die besten Restaurants, Cafés und Geschäfte in deiner Nähe für den grünen Gaumen – egal auf welchem Kontinent du gerade bist. Von “veggie-freundlich” über “vegetarisch” bis vegan kannst du filtern, wie streng du bei der Suche vorgehen willst. Das Angebot ist riesig. Probier es doch gleich mal aus! Das Klima sagt Danke!

    -1.500 kg CO₂e

    Sparst du ein, wenn du maximal 15 kg Fleisch im Jahr isst. Das ist die Menge, die die internationale EAT-Lancet-Kommission empfiehlt. Oder als einfache Faustregel: Mach’s wie Oma und Opa – die aßen einmal in der Woche Fleisch. Noch besser natürlich: Verzichte komplett auf Fleisch. Oxford-Wissenschaftler Joseph Poore hat ausgerechnet: ca. zwei Tonnen Klimagas, davon 670 kg CO₂, sparst du ein, wenn du auf eine vegane Ernährung umstellst. Und wenn du doch noch Fleisch kaufst, dann kaufe regionales Bio-Fleisch. Denn eingeflogenes Fleisch ist der Klimakiller überhaupt.

    Schon 7,6 Tonnen besser

    Ich will mehr

    Hilf mit, die Tropenwald-Abholzung zu verhindern! Über dein eigenes Konsumverhalten hinaus kannst du Umwelt­organi­sationen unterstützen, dich Online gegen die Abholzung von Regenwäldern stark machen und diesen Ratgeber . Noch besser: du kannst sogar das Internet nutzen, aktiv Bäume zu pflanzen – ganz einfach, indem du Ecosia zu deiner Standard-Such­maschine im Browser machst. Ecosia fördert mit jeder Suche die Wieder-Aufforstung von Wäldern. Im Schnitt pflanzt du so nach jeder 45sten Such-Anfrage einen neuen Baum.

  • 10

    Bloß nicht in die Tonne – So ein­fach rettest du Lebens­mittel, und so wichtig ist das für unser Klima.

    Stell dir vor, ganz Südamerika, ganz Nordamerika und ganz Europa wäre ein einziger gigantischer Bauernhof. Nichts als Ackerland und Weidefläche. Praktisch ist das so. Denn wir brauchen die Hälfte der bewohnbaren Erdoberfläche allein für die Produktion unserer Lebensmittel. Es gibt nur einen Haken: Fast alles, was wir auf der Fläche von Südamerika produzieren, schmeißen wir in den Müll. Das ist kein Witz. Ein Drittel aller Lebensmittel, die wir produzieren, landet im Müll statt im Magen, wie die Welt­ernährungs­organi­sation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt. Wir produzieren also auf einer Landfläche von der Größe Südamerikas mit viel Aufwand und teils hochgefährlichen Pestiziden - Müll. Vom Acker in die Tonne. Halt, das stimmt so nicht ganz: Vorher fliegen und schiffen wir erst noch einen Großteil davon quer durch die Welt, dann erst schmeißen wir ihn weg – so zum Beispiel die brasilianische Banane und das argentinische Hüftsteak. Unsere Lebensmittelverschwendung ist Selbstmord auf Raten.

    Gar nicht Kuhl

    Das Wegschmeißen von Fleisch belastet das Klima unter allen Lebensmitteln mit Abstand am meisten. Laut Heinrich-Böll-Stiftung werden ca. 230.000 Rinder allein in Deutschland jedes Jahr weggeworfen – in Form von Wurst- und Fleisch­waren. Damit müssen wir aufhören! Also ran an die Buletten – wie machen wir’s besser? Das geht ganz einfach, und wieder einmal helfen smarte Apps und das Internet.

    So rettest du Lebensmittel

    Schon beim Einkaufen kannst du Lebens­mittel retten: Indem du zum Beispiel bei motatos.de einkaufst. Von drei Freunden in Schweden gegründet, ist Motatos nach erfolgreichem Debut in Schweden, Finnland und Dänemark jetzt auch in Deutschland am Start und bietet Lebensmittel, die noch lange halten, für sehr wenig Geld. Von der Pasta bis zum Hundefutter findest du bei motatos.de fast ein komplettes Supermarkt-Sortiment und tust mit jedem Einkauf richtig etwas für das Klima. Übrigens hat die Plattform nach eigenen Angaben bereits gigantische 11.000 Tonnen Lebens­mittel vor der Tonne gerettet. Das ist richtig gut. Mach auch du mit!

    Too Good To Go

    Auch mit der App Too Good To Go kannst du ganz einfach Lebensmittel retten. Restaurants und Geschäfte wie Bäckereien und Cafés bieten übrig gebliebene Lebensmittel zu sehr niedrigen Preisen an. Hast du dich zum Beispiel für einen Bäcker entschieden, kannst du wählen, wie viele Portionen du zu welchem Zeitpunkt abholen möchtest. Bei Too Good To Go bekommst du immer “Überraschungs-Tüten” oder “Magic Bags”, wie es die Betreiber nennen, die in einheitlichen Größen gestellt werden. Du weißt also nie genau, was du bekommst. Dafür gehen die Magic Bags für einen Bruchteil des Normalpreises über den Tresen.

    Zu gut für die Tonne

    Mal wieder zu viel Tomatensoße gekocht oder zu viele Möhren gekauft? Ab damit in die Gefrier­truhe. Wenn sich in der Gefrier­truhe auch schon Bohnenragout und Gulasch angesammelt haben, und du alles schnell aufbrauchen willst, findest du auf zugutfuerdietonne.de Rezepte zu allem, was du gerade in der Gefrier­truhe hast. Übrigens auch als App erhältlich.

    Foodsharing

    Noch eine geniale Plattform zum Lebens­mittel-Retten ist foodsharing.de. “Der Fairteiler ist randvoll mit feinstem Brot und Brötchen, auch Obst und Gemüse” schreibt Katharina, Mitglied bei foodsharing.de als Kommentar zu einem sogenannten “Fairteiler”. Fairteiler sind Regale und Kühl­schränke, bei denen du kostenlos Essen abholen kannst. Auf einer übersichtlichen Landkarte werden alle Fairteiler in deiner Nähe angezeigt.

    Die Plattform hat bereits über 200.000 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das geniale: Jeder, der Essen übrig hat, kann hier mitmachen und entweder wie Katharina das Essen zum nächstgelegenen “Fairteiler” bringen, wo es sich jeder jederzeit abholen kann. Oder man bietet einen sogenannten “Essenskorb” zum Abholen zuhause an. Auch solche Angebote findet man auf der übersichtlichen Landkarte. Neben einer kurzen Beschreibung, was man an Überresten anbieten möchte, laden viele Nutzer auch Fotos hoch. Damit die Qualität des Angebots hoch ist lautet die Regel Nummer 1 bei Foodsharing: “Biete nichts, was du nicht selbst essen würdest”.

    -500 kg CO₂

    So viel CO₂ kannst du laut der Deutschen Umwelthilfe im Schnitt im Jahr einsparen, wenn du keine Lebensmittel mehr ver­schwendest. Übrigens sind es circa 75 kg Lebens­mittel, die jede und jeder Deutsche im Schnitt im Jahr weg­schmeißen. Das ist hoffentlich jetzt passé.

    Schon 8,1 Ton­nen besser
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    Gar nicht „Kuhl“: %s Rinder wurden seit dem Lesen dieses Beitrags allein in deutschen Haushalten in Form von Fleisch und Wurstwaren weggeschmissen. Aufs Jahr gerechnet sind es nach dem Fleisch-Atlas der Heinrich‑Böll‑Stiftung ca. 230.000 Rinder.

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    Wie steht es mit dem Internet selbst? Ist das nicht ein riesen Klimakiller?

    So sehr uns Apps und das Internet helfen, das Klima zu schützen – Surfen im Netz braucht Energie und verursacht CO₂-Emissionen. Ähnlich viel oder mög­licher­weise sogar mehr, als der gesamte weltweite Flug­verkehr – zu diesem über­raschen­den Ergebnis kommt eine neue Studie aus Großbritannien. Die Forscher haben dabei nicht nur die Emissionen durch die Internet-Nutzung selbst betrachtet, son­dern auch die, die während der Produktion und Verschrottung der technischen Geräte entstehen. Alles zusammen ist für 2,1 bis 3,9 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich, so die Forscher.

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    Wieviel CO₂ entsteht beim Surfen ?

    Wenn du wissen willst, wieviel CO₂ du beim Surfen emittierst, nutze die Browser-Erweiterung Carbonalizer. Diese ist momentan (Stand November 2021) für Browser Firefox erhältlich und zeigt dir an, wieviel CO₂ du durch dein Surfen emittierst.

    Surfen mit gutem Klimagewissen

    Heißt das jetzt, dass wir die tollen Apps und Tools aus den Tipps zuvor doch nicht nutzen sollten? Doch, das solltest du. Und zwar mit bestem Klima-Gewissen und das ganz einfach: Surfe im Netz der Deutschen Telekom. Denn das läuft bereits heute zu 100% mit Ökostrom. Selbst Videos, die üblicherweise einen besonders hohen Teil der Emissionen im Internet verursachen, bewegen sich im Netz der Telekom klimafreundlich. Trotzdem ist es sehr hilfreich, darauf zu achten, wo du dich im Netz bewegst. Streamst du zum Beispiel Serien über Magenta TV, tust du das im Netz der Telekom komplett klimaschonend. Es gibt aber noch immer große Serien-Anbieter, die ihre Services mit konventionellem Strom betreiben und enorm viele Emissionen ausstoßen. Die Telekom hat ausgerechnet, dass ihre Kund*innen mit Telekom-Lösungen im Jahr 2020 alleine in Deutschland siebenmal mehr CO₂ eingespart haben, als die Telekom selbst verursacht hat. Mehr zu nachhaltigen Produkte der Telekom liest du hier.

    Die Telekom hat ausgerechnet, dass ihre Kund*innen mit Tele­kom-Lösungen im Jahr 2020 alleine in Deutschland sieben­mal mehr CO₂ eingespart haben, als die Telekom selbst verursacht hat.

    PUE, ist das warm hier

    Mit seinem PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,3 spart das T-Systems-Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg satte 30 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Rechenzentren ein. Damit gehört es zu den zehn grünsten Rechenzentren auf dem Planeten und ist aktuell das größte Rechenzentrum Deutschlands und das Zuhause der Open Telekom Cloud. Mit welchen smarten Tricks es so viel Energie spart, erfährst du in diesem Video.

    Durch Surfen CO₂ reduzieren?

    Das geht! Ein weiterer klima­freund­licher Anbieter, mit dem du sogar Emissionen reduzieren kannst, ist ecosia.org. Wie das? Die Plattform investiert mit jeder Suche in Wieder-Aufforstungs-Projekte von Brasilien bis Indonesien. Im Schnitt pflanzt du so nach Aussage von ecosia alle 45 Suchanfragen einen neuen Baum. Besonders schön dabei: Ecosia bietet eine Browser-Erweiterung, die dir anzeigt, wie viele Bäume du so allein durch das Nutzen von Ecosia bereits gepflanzt hast. 15 Millionen Menschen nutzen bereits Ecosia (Stand November 2021). Mach auch du mit! Übrigens: Bei durchschnittlich drei Suchanfragen pro Tag über ecosia pflanzt du indirekt 24 Bäume im Jahr. Bei einer durchschnittlichen Buche, die über 80 Jahre verteilt ca. 12,5 kg CO₂ pro Jahr bindet, wie Dr. Daniel Klein vom Wald-Zentrum der Universität Münster weiß, wären das stolze 300 kg Kohlendioxid im Jahr. Das kann sich doch sehen lassen! Mache Ecosia mit wenigen Klicks zu deiner Standard-Suchmaschine auf dem Handy und dem Computer.

    -936 kg CO₂

    Indem du Ecosia zu deiner Standardsuche machst, hilfst du aktiv, der Atmosphäre Klimagase zu entziehen. Bei nur drei Suchanfragen am Tag pflanzt du bereits 24 Bäume im Jahr, die als ausgewachsene Bäume jedes Jahr ca. 300 kg CO₂ binden. Rund weitere 636 kg CO₂ kannst du im Jahr sparen, wenn du 4 Stunden am Abend einen Streaming-Dienstleister nutzt, der seine Dienste klimafreundlich anbietet, wie Magenta TV.

    Schon 9,1 Ton­nen besser

    Ich will mehr

    Ein Großteil deines CO₂-Fußabdrucks entsteht bei der Herstellung der Geräte, die du kaufst. Dies hat Jens Gröger vom Öko-Institut berechnet. Beim Flach­bild­schirm­fernseher sind das rund 167 kg CO₂ pro Jahr, beim Smartphone rund 62 kg CO₂ pro Jahr. Umso länger du die Geräte nutzt umso besser ist das für deinen CO₂-Fußabdruck. Also kaufe nicht jedes zweite Jahr ein neues Handy und achte beim Kauf auf mögliche Umwelt­auswirkungen. Um dir bei der Entscheidung zu helfen, hat die Telekom gemeinsam mit weiteren Telekom­muni­kations­unternehmen das Eco Rating eingeführt. Es sagt dir, wie nachhaltig welche Smartphone-Modelle sind.

  • Deine neue Bilanz

    Willkommen im Team Klimaretter !

    Gratuliere, du hast es geschafft! Mit diesen 11 Tipps sparst du über neun Tonnen CO₂ im Jahr ein. Und was ist mit Rest? Am einfachsten gleichst du den Rest über Plattformen wie atmosfair aus. Alternativ kannst du auch dein Konto zu einer nachhaltigen Bank umziehen und so automatisch in nachhaltige Projekte auf der ganzen Welt investieren. Oder du setzt dich online für Klimaschutzprojekte ein. Mehr dazu im Themenschwerpunkt “Digitale Demokratie”.

    1,5 t 2,1 t 11,2 t CO₂