Inhalt
7,3
8,7

Im US-Wahlkampf 2017 wurden die reichweitenstärksten
Fake-News mit 8,7 Millionen Klicks häufiger geklickt als
die reichweitenstärksten echten News.

Social Bots streuen ge­zielt Gerüchte, Pro­pa­gan­da­kom­men­tare und Fake News, ins­beson­dere zu Wahl­kampf­zeiten. Viele sehen unsere Demo­kra­tie in Gefahr.

Fake News

Du lügst
doch wie
gedruckt!

Immer mehr Fake News verbreiten sich im Netz. Dieser Artikel macht Schluss mit den Lügengeschichten. Ehrlich?

  • Politiker streiten gerne zu vielen Themen, eines jedoch vereint sie: Sie teilen eine gemeinsame Angst - die Angst vor Social Bots. Zu Recht! Warum sind Social Bots so gefährlich? Social Bots sind Computer­pro­gramme, die vorgeben, echte Men­schen zu sein, und sich gerne auf Face­book, Twitter und Co. herumtreiben. Das Perfide: Im Netz tummeln sich Millionen dieser Bots, und mit der Wahrheit neh­men sie es nicht so genau. Im Gegen­teil: Sie streuen gezielt Gerüchte, Pro­pa­ganda­kommen­tare und Fake News – besonders gerne zu Wahlkampfzeiten. Und das in derart massivem Umfang, dass viele befürchten, die gezielte Mei­nungs­mache beeinflusse Wahlen und gefährde unsere Demokratie.

    Selbst große Medienhäuser haben mit­unter Schwierigkeiten, die immer mensch­licher agierenden Bots von ech­ten Menschen zu unterscheiden. Face­book schätzt die Anzahl solcher Bots im eigenen Netzwerk auf 15 Millionen, ähn­lich viele sind es bei Twitter. Unter an­derem vermutet man Unmengen Social Bots in Russland. Anfang Dezember 2017 hat Facebook deshalb russische Nutzer aufgefordert, sich mittels Selfies als menschliche Nutzer kenntlich zu machen. Facebook hofft, somit Social Bots identifizieren zu können, um die Accounts unschädlich zu machen.

    Was aber können wir tun, um Fake News nicht auf den Leim zu gehen oder gar im guten Glauben Lügen und Halb­wahr­heiten weiterzuverbreiten und somit zum Handlanger Krimineller zu werden? Wie können wir uns schützen?
Punkte
Das große Fake-Quiz

Fakt oder Fake
Die Wahrheit über Lügen. Oder doch nicht?

Frage 1 von 5 Wer sagte den Satz „Beam me up, Scotty“?
  • ACaptain Kirk, aber nur im Kinofilm
  • Bniemand
  • CSpock in Raumschiff Enterprise
  • DCaptain Kirk in Raumschiff Enterprise
Ganz genau Falsch

Gefühlte 1000 Male hat Captain Kirk seinem Chefingenieur Montgomery Scott mit diesen Worten den Befehl gegeben, ihn zurück ins Raumschiff zu teleportieren. Oder doch nicht? Denn tatsächlich hat in 79 Folgen „Raumschiff Enterprise“ und in acht Kinofilmen keiner der Darsteller diesen Spruch auch nur ein einziges Mal so gesagt. Und doch hält sich der Ausspruch hartnäckig – auch ohne filmische Grundlage.



Frage 2 von 5 Was ist der sogenannte „Sleeper-Effekt“?
  • ABevor jemand bewusst eine Falschmeldung publiziert, liest er „im Verborgenen“ auf einschlägigen Seiten mit
  • BMit zunehmendem Verbreitungsgrad wird die Falschmeldung für immer „wahrer“ gehalten
  • CMenschen erinnern sich an den Inhalt einer Botschaft, nicht an die Quelle
  • DMenschen erinnern sich eher an die Informationsquellen, die sie häufig benutzen
Ganz genau Falsch

Schon in den 1950er-Jahren beschrieben Sozialpsychologen den „Sleeper-Effekt“, wonach sich Menschen nach einer gewissen Zeit an den Inhalt einer Botschaft erinnern, die Quelle jedoch vergessen. Das bedeutet: Auch wenn Rezipienten eine Falschmeldung als solche identifizieren und sie zunächst als unglaubwürdig einstufen, erinnern sie sich später an diese Falschmeldung, vergessen aber, dass sie sie ursprünglich für unwahr gehalten haben. Denn sie können die Information keiner Quelle mehr zuordnen. Übrigens: Dass Rezipienten Falschnachrichten als wahrhafter und plausibler empfinden, wenn sie ihnen mehrfach ausgesetzt sind, ist ebenfalls ein bekanntes psychologisches Phänomen. Man nennt es den „Wahrheitseffekt“. Zusammengenommen heißt das: Gegen Fake News ist niemand immun.



Frage 3 von 5 Die reichweitenstärkste Fake News 2015 war...
  • ADie iPhone-Kopfhörerbuchse beim neuen iPhone kann man sich selbst bohren.
  • BPapst unterstützt Donald Trump als Präsident.
  • CObama unterzeichnet Verbot, amerikanischen Treueschwur in Schulen zu verlesen.
  • DMark Zuckerberg will Trumps Facebook-Profil löschen.
Ganz genau Falsch

BuzzFeed News hat die 50 Fake News ermittelt, die in den sozialen Netzwerken am meisten geteilt, geliket und kommentiert wurden. Überhaupt sind die politischen Fake News Spitzenreiter: 49% des Nutzerengagements ernteten politische Fake News, 34% erfundene Kriminalgeschichten.



Frage 4 von 5 Wie viele Kinder und Jugendliche geben an, schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden zu sein?
  • Aca. 10 Prozent
  • Bca. 5 Prozent
  • Cca. 20 Prozent
  • Dca. 13 Prozent
Ganz genau Falsch

Tatsächlich geben 13% der Kinder und Jugendlichen an, schon einmal online gemobbt worden zu sein.



Frage 5 von 5 Welche Aussage zu Social Bots ist wahr?
  • ADas erste TV-Duell von Trump und Clinton wurde durch Bots entschieden.
  • BSocial Bots sind im Wahlkampf 2017 verboten.
  • CDie eindeutigsten Merkmale, um Social Bots zu entlarven, sind Menge und Geschwindigkeit der abgefeuerten Nachrichten.
  • DSocial Bots sind mit negativer Absicht entwickelt worden.
Ganz genau Falsch

Nach dem ersten TV-Duell wirkte es auf Twitter so, als habe er gewonnen. #TrumpWon regierte als Hashtag. Später fand man heraus, dass ein Drittel der Trump-Tweets von Social Bots kamen (bei Clinton jeder fünfte). Schaut man auf die gesamten Trump-Aktivitäten inklusive Likes oder Retweets, stellt man fest, dass laut den Forschern sogar 80% von Social Bots stammen. Die ersten Social Bots sollten Menschen helfen, sich auf sozialen Netzwerken zurechtzufinden. Heute werden sie zunehmend zur Manipulation genutzt. Während es früher noch leichter war, einen Fake-Account zu identifizieren, weil er zu jeder Tageszeit in unmenschlich hoher Geschwindigkeit Nachrichten abfeuerte, wird dies zunehmend schwieriger. Moderne Social Bots haben einen Tag-/Nachtrhythmus und können Small Talk. Sie können Antworten verzögern, damit es wirkt, als würden sie tippen oder nachdenken. Es gibt noch keine eindeutige Methode, Bots zu identifizieren. Letztlich bleibt es nur eine Frage der Logik: Wie menschlich klingt die Unterhaltung, wie reagiert das Gegenüber auf logische Fragen?



Erst denken, dann klicken.
Mitarbeiter der Telekom in der Fake-Schule

  • Die Telekom schickte deshalb ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum großen Fake News-Test. Ziel war es unter anderem, Propaganda und Fake News im Netz zu entlarven. Am Eventtag „1001 Wahrheit“ lernten sie in zahlreichen Workshops und Diskussionsrunden, Fake News im Netz zu erkennen und diese von echten Fakten zu unterscheiden – aber auch vieles mehr.

    Ein Highlight des Aktionstages war der Kitchen-Talk „Social Media im Wahl­kampf“ mit Gastexperte Julius van de Laar, Obamas Wahlkampfmanager. Van de Laar gab spannende Einblicke hinter die Kulissen ameri­ka­nischer Wahl­kampf­strategien und zeigte unter anderem, welche Mecha­nis­men Trump genutzt hat – Social Bots inklusive –, um seinen Wahlkampf zu gewinnen.

    Neben dem Eventtag „1001 Wahrheit“ setzt sich die Telekom in zahlreichen weiteren Initiativen für einen sicheren Weg in die digitale Welt ein. Auf sicherdigital.de bietet die Telekom zum Beispiel einen umfangreichen Ratgeber mit dem Schwerpunkt Datenschutz und Privatsphäre. Dort erfährst du zum Beispiel, wie du deinen Computer sicher einrichtest. Darüber hinaus bietet die Telekom-Initiative teachtoday.de wertvolles Wissen und Lehrmaterial, mit dem Eltern und Pädagogen Kinder und Jugendliche sicher ins Netz begleiten können. Denn viele sind sich der Gefahren gar nicht bewusst, geschweige denn der Wege, sich zuverlässig zu schützen. Einen schnellen Überblick über die größten Gefahren, die im Netz auf dich lauern, findest du hier.

    Mit dem Internet der Dinge werden Ma­schinen und Roboter zunehmend Teil un­seres sozialen Lebens. Das hat viele Vor­teile. Die können wir aber nur nutzen, wenn wir auch die Gefahren erkennen. Deshalb engagiert sich die Telekom seit vielen Jahren für die Stärkung der Me­di­en­kompetenz. Frei nach Kant ist Digi­ta­li­sierung eben kein Schicksal, sondern Ge­stal­tungs­aufgabe.

Projekttag 1001 Wahrheit
Wie unterscheidet man Fake News von echten News? Wie lief der Wahlkampf von Obama oder der von Trump hinter den Kulissen? Antworten darauf gab der Projekttag „1001 Wahrheit“.

4 Tricks, wie du Fake News auf die Schliche kommst

  1. 1 Autor überprüfen

    Bevor du einen Post teilst, schau dir genau das Profil des Autors an. Gibt es ihn erst seit kurzer Zeit, ist das auffällig. Auch wenn er wenige Follower/Freunde hat, kann das auf einen Bot hinweisen. Vor allem seine bisherigen Posts solltest du prüfen, auch auf zeitliche und inhaltliche Konsistenz. Wurde ein Nutzer noch nicht verifiziert, fehlt ein blauer Verifizierungshaken.

  2. 2 Bilder überprüfen

    Mit der umgekehrten Bildersuche auf Google lassen sich schnell Fakes entlarven. Dazu gibt man bei Google einfach die Bild-URL ein. Somit kann man schnell überprüfen, ob ein Attentat zum Beispiel wirklich stattgefunden oder ein Bot einfach ein altes Bild aus dem Netz geklaut hat. Denn dann wird das Bild entsprechend auf einer anderen, früher veröffentlichten Webseite bei den Suchergebnissen angezeigt. Auch Straßenschilder und Nummernschilder lassen oft Rückschlüsse zu. Wenn zum Beispiel ein Promi angeblich in New York gewesen sein soll, aber im Hintergrund ein Auto mit britischem Nummernschild zu sehen ist oder eine Bahnhofsuhr, die eine völlig andere Zeit andeutet, sind Fake News schnell entlarvt.

  3. 3 Impressum überprüfen

    Neben den sozialen Medien werden Fake News natürlich genauso auf unabhängigen Webseiten veröffentlicht. Hier hilft als Erstes ein Blick ins Impressum, das in Deutschland Pflicht ist. Dort kann man sich ein Bild über den Urheber machen. Gibt es kein Impressum, solltest du der Seite natürlich generell kein Vertrauen schenken.

  4. 4 URL überprüfen

    Zudem kann es vorkommen, dass Fake News im Gewand einer ganzen Websitekopie auftreten. Zum Beispiel denkst du, du surfst auf Spiegel-Online, da die Seite genauso aussieht wie die von Spiegel-Online. Tatsächlich aber hat jemand das Design einfach kopiert. Einen solchen Fake entlarvst du mit einem genauen Blick auf die URL. Oft unterscheidet diese sich nur durch einzelne Zeichen oder eine andere Domainendung.

Du bist gefragt Was glaubst du, bist du schon mal auf Fake News hereingefallen?
Du
Nein, noch nie Ja, bestimmt

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Zu dieser Frage gibt es ziemlich unterschiedliche Meinungen.
Ein Teil der Leser sieht es ähnlich wie du.
Genau wie du sind sich auch die meisten anderen Leser
sicher, noch nie einer Fake News aufgesessen zu sein.
Auch viele andere Leser glauben, dass sie
noch nie einer Fake News aufgesessen sind.
Im Gegensatz zu dir glauben andere Leser eher, dass
sie schonmal einer Fake News aufgesessen sind.
Im Gegensatz zu dir sind sich die meisten anderen Leser
sicher, schonmal auf eine Fake News hereingefallen zu sein.
Im Gegensatz zu dir sind sich die meisten anderen Leser
sicher, noch nie einer Fake News aufgesessen zu sein.
Im Gegensatz zu dir meinen viele andere eher, dass
sie noch keiner Fake News aufgesessen sind.
Auch viele andere Leser vermuten, dass sie schon
einmal auf Fake News hereingefallen sind.
Genau wie du sind sich auch die meisten anderen Leser
sicher, schon einmal einer Fake News aufgesessen zu sein.